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 Architektur  
Moderne Architektur im Tessin, eine Einführung  
Was fällt Ihnen ein, auf die Frage „was ist typisch für das Tessin?“ Neben der Landschaftsform und der Gastronomie ist zweifelsfrei auch die Moderne Architektur zu erwähnen. Landschaft und Gastronomie haben historische Hintergründe, aber wie kann eine „Moderne“ Architektur, also eine Architektur der letzten, sagen wir mal 50 Jahre, als „typisch“ eingestuft werden?   Nun, auf historische Wurzeln kann auch die Architektur verweisen. Seit dem Mittelalter ist das Tessin für seine Baumeister bekannt, die an den wohlhabenden Zentren wie Rom, Mailand oder Petersburg zu Berühmtheiten wurden. Der Bekannteste unter Ihnen war zweifellos der in Rom tätige Francesco Borromini, der aus Bissone am Luganer See stammte. Sein Gesicht ist in der Schweiz jedermann bekannt, weil es bis vor Kurzem die 100 Franken Note zierte. Weitere bekannte Baumeister waren beispielsweise Domenico und Carlo Fontana oder Domenico Trezzini, der in Petersburg wirkte.
Auf den Spuren dieser Berühmtheiten folgten Tessiner Handwerker, Maurer und Stuckateure, die für Ihre überdurchschnittlichen Leistungen in ganz Europa bekannt waren.
Die Tessiner Architekten des späten 20.Jahrhunderts griffen diese Tradition auf und entwickelten im Laufe der Jahrzehnte ihren eigenen, typischen Baustil.
Beeinflusst durch lombardische Einflüsse wurde die herkömmliche Bauweise weiterentwickelt, wurden historische Formen mit mutiger Geometrie gemischt, wurden moderne Betonkuben in ursprünglicher Landschaft ästhetisch eingepasst.
Als Urvater der Moderne gilt dabei Rino Tami (1908 - 1994), der als künstlerischer Berater beim Bau der Nationalstraße N2 bereits auf dieser Website Erwähnung fand. Ihm folgten Architekten wie Tita Carloni, Aurelio Galfetti, Luigi Snozzi, Livio Vacchini und Mario Botta.
Letzterer, der international wohl bekannteste Vertreter seiner Gilde, gründete am 21.10.1996 in Mendrisio die Tessiner Architektur Akademie, die jungen Menschen ein Architekturstudium im Sinne der Tessiner Moderne ermöglicht.
Botta selbst hat dieser Tage in Lugano den Bogen zurück in die Vergangenheit geschlagen, indem er Francesco Borromini zu dessen 400.Geburtstag ein Denkmal in Form eines hölzernern Nachbaus der Kirche San Carlino errichtet hat.
An dieser Stelle der Website möchten wir Sie in der Folgezeit mit den einzelnen Architekten der Tessiner Moderne und Ihren Bauwerken bekannt machen. Sie erfahren hier, wie Sie zu diesen Objekten finden, damit Sie sich Selbst ein Bild machen können.

Martin, Redaktion
Info-Locarno Team
info@info-locarno.ch

 
 
 
 
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