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Schlüpfriger Link nach Ascona  
Heisses aus der "ascona"-Website
Asconas mondänes Image klebt wie ein Kaugummi unterm Pump. Man wird es einfach nicht los. Eifrig wienert das ehemalige Dorf der Künstler und Nachtfalter an der neuen, so braven, sauberen Kurort-Idylle, setzt so hoffnungsvoll auf betagte Qualitätstouristen und zahlungskräftige Tagungsbesucher, da surft doch ein Kollege von der Tageszeitung "La-Regione" mit Stichwort "as-cona" online schnurstracks in einen moralischen Sumpf. Unter "www.going-out-in-Ascona.com" werden zwar Schönheiten und Sehenswürdigkeiten gezeigt, doch geht" s da weniger um Kamelien und botanische Gärten als vielmehr um heisse Früchten im sündigen Eden. Die Betonung liegt auch mehr auf "out-in" als auf "ascona". Und zwar in jede nur erdenkliche Richtung. Langer Rede kurzer Sinn: Es ist eine saftige pornographische Internet-Seite, die da mit dem schönen Namen "ascona" wirbt. Eine Website, die, so recherchierte der "Regione"-Mann, wohl ganz unschuldig begann. Vor vier Jahren richtete Thomas Dörping-haus, der von 1954 bis 2001 in Ascona lebte,einen gutgemeinten touristischen online-Service ein, der über Veranstaltungen und wichtige Adressen im Ort informierte. Dann zog Dörpinghaus auf die Philippinen und ab Juni 2002 verwaiste seine Website. Ihre Adresse wurde versteigert und landete bei einem osteuropäischen Porno-Anbieter. Auf die Frage, warum er Pornographie unter "ascona" verkaufe, wo sie doch nichts mit dem Ort zu tun habe, antwortete der Weissrusse, für 500 Franken könne man die Adresse wiedererwerben. Einige Gemeinde zahlen, um eine Website zu haben, andere müssten's, um sie wieder loszuwerden.

Geschrieben von ANTJE BARGMANN
Artikel aus der Tessiner Zeitung vom Mittwoch 14. Mai 2003
 
 
 
 
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